Die Ausrüstung des Anglers
Eigentlich bräuchte man zum Fischen nur gerade drei Dinge; Eine Angelschnur, einen Haken und einen Köder. Mit diesen drei Dingen haben die Menschen schon zu Urzeiten versucht, Beute zu machen. Damals wurden beispielsweise die Haken aus Knochen geschnitzt, als Angelschnur könnten vielleicht Tiersehnen oder ähnliches zum Einsatz gekommen sein.
Angelschnur, Haken und Köder spielen was die Ausrüstung angeht auch im heutigen, modernen Sportangeln die entscheidende Rolle über Erfolg oder Misserfolg am Wasser. Darüber hinaus sind natürlich auch die Rute sowie die Rolle nicht weniger wichtig wenn es darum geht einen gefangenen Fisch auszudrillen.
Je nach dem welche Fischart man befischt oder wie kräftig und schwer die zu erwartende Beute ausfallen kann, muss man sein Angelgerät diesen Gegebenheiten anpassen. Wenn man das Hobby des Sportfischens dann noch an verschiedenen Gewässern auf unterschiedliche Fischarten ausübt, dann kann es durchaus dazu führen dass irgendwann selbst die grösste Gerätekiste aus allen Nähten platzt.
Im folgenden möchten wir dem Anfänger oder weniger versierten Angler aufzeigen, worauf es bei der Ausrüstung ankommt und was man beim Neukauf von Ausrüstungsteilen beachten sollte.
Die Rolle
Angelrollen dienen eigentlich nur als Schnurspeicher. Man unterscheidet zwischen Stationärrollen,
bei denen die Schnurspule feststeht und Multirollen (Multiplikatorrollen) mit drehender Schnurspule.
Meistens besitzen Angelrollen eine Übersetzung. Stationär- und Multirollen haben eine einstellbare
Bremse, die einerseits dem Fisch im Drill einen genau dosierbaren Widerstand entgegensetzt,
andererseits ein Reißen der Schnur verhindert. Eine fein einstellbare und zuverlässig
funktionierende Bremse ist deshalb sehr wichtig.
Die Stationärrolle
Die gebräuchlichste und somit auch die bekannteste Rolle ist die sogenannte Stationärrolle. Der Schnurfangbügel wickelt die Schnur auf die feststehende (stationäre) Spule. Die Spule steht so, daß die Achse in Wurfrichtung zeigt, weshalb die Schnur quer zur Rute aufgewickelt wird. Stationärrollen gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen, zum einen als Modell mit Frontbremse und zum anderen als Modell mit Heckbremse. Modelle mit Frontbremse sind grundsätzlich solchen mit Heckbremse vorzuziehen da sich bei diesen die Bremskraft viel feiner dosieren lässt.
Weil größere Fische bei ihren Fluchten oft große Mengen Schnur abziehen, ist das Fassungsvermögen von Rollen ein wichtiger Faktor. Kleine Rollen haben ein Höchstfassungsvermögen von ca.100 m/0.20 mm Schnur, mittlere von ca.100 m/0.35 mm und große von ca.100 m/0.50 mm monofiler Schnur. Das Fassungsvermögen ist in der Regel auf der Rolle vermerkt.
Stationärrollen sind wegen der einfachen Handhabung ganz besonders auch für Anfänger bestens geeignet.
Die Multirolle
Etwas weniger häufig im Einsatz an unseren heimischen Gewässern, trotzdem jedoch erwähnenswert ist die Multirolle. Die Angelschnur wird bei diesen Modellen im Gegensatz zur Stationärrolle ohne Umlenkung direkt auf eine Querliegende Achse aufgespult. Das genaue und weite Auswerfen mit solchen Multirollen will gelernt sein da es ohne die richtige Technik schnell zu unschönen Verwicklungen (sog. Perücken) kommen kann. Daher ist die Multirolle für Anfänger nicht zu empfehlen.
Eingefleischte Spinnangler schwören wegen der sehr genauen und ruckfreien Bremse auf die Multirolle
Die Kapselrolle
Eher selten im Einsatz und eigentlich auch nur noch bei "alten Hasen" in der Ausrüstung zu finden ist die Kapselrolle. Sie ist eine enge Verwandte der Stationärrolle, die Schnurtrommel liegt jedoch in einer Kapsel . Auch in der Funktionsweise ähnelt sie der einer Stationärrolle.
Das korrekte Einstellen der Bremse
Eine korrekt eingestellte Bremse ist unerlässlich wenn man seine Montage oder auch den Fisch im Drill nicht verlieren will. Um die Bremse richtig einzustellen, geht man wie folgt vor:
Am besten hält man die Rute mit der einen Hand fest und greift mit der anderen nach dem fertig montierten (unbeköderten) Haken. Nun zieht man mit etwas Gefühl am Haken. Als erstes sollte sich nun die Rute etwas durchbiegen ohne dass sich dabei schon Schnur von der Rolle abziehen lässt. Ziehen sie nun etwas stärker und ruckartig am Haken (etwa so wie die Flucht eines Fisches). Wird jetzt etwas Schnur abgezogen ist die Bremse fürs erste richtig eingestellt.
Wenn beim ersten zug am Haken schon Schnur abgezogen wird dann muss natürlich die Bremskraft etwas erhöht werden.
Sicherheitshalber sollte die Bremse eher etwas zu schwach als zu stark eingestellt sein. Zieht nämlich ein grosser Fisch im Drill immer wieder Schnur ab, so kann die Bremskraft immer noch vorsichtig etwas stärker eingestellt werden.
Die Gerätebox
Natürlich muss es für den Anfang nicht gleich eine solch grosse Geräte- oder Zubehörkiste sein wie am Anfang dieses Kapitels. Eine etwas kleinere Box oder eine Anglertasche für das nötigste Zubehör und allerlei Kleinteile reicht völlig aus.
Egal wie gross die Gerätekiste jedoch ist, folgendes Zubehör sollte sich aber auf jeden Fall darin wieder finden:
- Verschiedene Haken in diversen Grössen
- Vorfachsilch von unterschiedlicher Stärke
- Diverse Schwimmer (Zapfen)
- Unterschiedlich schwere Grundbleie
- Ein Bleischrot-Sortiment
- Karabinerhaken und Wirbel
- Eventuell eine kleine Auswahl verschiedener Spinnköder
Sehr beliebt sind sogenannte Anglerwesten. Diese sind mit unzähligen Taschen ausgestattet in welchen sich sämtliches Zubehör, Köder sowie Zange und
Schere unterbringen lassen.
Für Spinnangler und vor allem für Fliegenfischer sind solche Anglerwesten übrigens unerlässlich da diese oft weite Gewässerstrecken abfischen.