Jahrhundertsommer 2018

Jahrhundertsommer 2018

Eindrücke und Erfahrungen des Fischerverein Weinfelden aus einem extremen Hitzesommer.

Rückblick: Sommer 2003

Viele von uns erinnern sich noch gut an den Sommer 2003:

  • Rekordtemperaturen im August nahe der 40 Grad Marke (in Goms wurden max. 41.5 Grad gemessen).
  • Ansteigende Wassertemperaturen führten zu Fischsterben wegen zu warmem Wasser und Sauerstoffmangel.
  • Gewässer mit wenig Wasser führten stellenweise nur noch ein kleines Rinnsal.

Damals wünschten wir uns alle, dass sich eine solche Situation nicht wiederholt.

Noch extremer: der Sommer 2018

Im Sommer 2018 wurde vieles noch einmal übertroffen. Die Temperaturen erreichten zwar (noch) nicht dauerhaft die 40 Grad Grenze wie 2003, doch die Hitze dauerte deutlich länger an. Über eine lange Zeitspanne bewegten sich die Tagestemperaturen konstant zwischen 25 und 38 Grad.

Am Schweizer Nationalfeiertag, dem 1. August 2018, war klar zu spüren: seit Beginn des Sommers hatte es in weiten Teilen der Schweiz viel zu wenig geregnet. Böden und viele Bäche waren ausgetrocknet, Flüsse und Seen führten deutlich weniger Wasser als üblich.

Auswirkungen auf unsere Gewässer

Auch in den Gewässern in und um Weinfelden waren die Folgen klar sichtbar:

  • Die Thur führte wenig Wasser, und die Temperatur stieg stetig an.
  • Der Wasserstand entwickelte sich kritisch – mit Folgen für Fische und andere Lebewesen.

Hinweis: Aktuelle Messwerte der Thur (Wasserstand und Temperatur) können über die Messstation Thur – Halden eingesehen werden (Tabelle des Wasserstands und der Temperatur).

Der Giessen – ein besonders betroffener Abschnitt

Besonders hart traf es unseren Giessen. Am 24. Juni stellten wir fest, dass der Wasserstand im Giessen kritisch tief wurde. Um ein Fischsterben zu verhindern, beschlossen wir, diesen Abschnitt auszufischen.

Zu diesem Einsatz gibt es eine ausführliche Bildergalerie, welche die Situation und die Arbeiten dokumentiert.

Am 12. Juli meldete ein Vereinsmitglied, dass der Giessen oberhalb des Altersheims und des Fliegerliplatzes überhaupt kein Wasser mehr führte – ein erschreckendes Bild.

Hitzesommer 2018
Hitzesommer 2018
Hitzesommer 2018
Hitzesommer 2018
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Hitzesommer 2018

Notmassnahmen: Wasser für den Giessen

Da in den Wochen davor praktisch kein Regen gefallen war, verschlechterte sich die Situation im Giessen weiter. Es drohte, dass der Giessen inklusive seiner Gumpen vollständig austrocknet.

Unser Kassier nahm Kontakt mit den Technischen Betrieben Weinfelden (TBW) auf. In Absprache wurde vereinbart, oberhalb des Ellenbrooks Wasser einzuspeisen, um den Giessen zu stützen. Ein Teil der entstehenden Kosten musste unser Verein selber tragen.

Hitzesommer 2018
Hitzesommer 2018
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Hitzesommer 2018

Spendenaktion zur Rettung der Fische

Da der Verein nur über begrenzte finanzielle Mittel verfügt, wurde eine Spendenaktion zur Rettung der Fische ins Leben gerufen. Mitglieder des Vereins sagten grosszügige Spenden zu, auch die Gemeinde Weinfelden unterstützte uns und sprach Beiträge zur Finanzierung mehrerer Pumpentage.

Bilder nach den ersten Tagen Wasserpumpen

Hitzesommer 2018
Hitzesommer 2018
Hitzesommer 2018

Medienberichte über den Giessen

Die aussergewöhnliche Situation blieb auch in den Medien nicht unbemerkt:

  • Die Thurgauer Zeitung berichtete über unseren Giessen und die getroffenen Massnahmen.
  • Das SRF 1 Regionaljournal Ostschweiz gab uns die Möglichkeit, in einem Radiobeitrag über die Situation zu informieren ( Link zur Webseite des SRF1-Radioberichts ).

Diese Berichte haben geholfen, die Öffentlichkeit für die Auswirkungen von langen Hitzeperioden auf unsere Gewässer zu sensibilisieren.

Die Thurgauer Zeitung berichtete auch über unseren Giessen